Samstag, 12. September 2009

Bangkok Noir

Etwa drei Monate lang lebte Roger Willemsen in Bangkok, verließ seine Bleibe allabendlich um 18 Uhr und kehrte im Morgengrauen zurück. In den Nächten durchstreifte er mit dem in Bangkok lebenden Fotografen Ralf Tooten die Stadt: die Nachtclubs, Karaoke-Bars und Massage-Salons, die Kickbox-Studios, Nachtmärkte, Tempel und Baustellen. Er besuchte Wahrsager, Tätowierer und Aura-Fotografen, den Amulett-Markt, den Jahrmarkt der Gastarbeiter, das Straßenkino. Er aß bei den Insektenverkäufern, fand die geheimen Schlafplätze der Arbeitselefanten und campierte unter den Demonstranten. Er fand Zugang zu Nobel-Clubs, aber ebenso zu den Glücksspielern aus den Armen-Wohnblocks.

Für Willemsen war es keine Liebe auf den ersten Blick. Als junger Mann reiste er vor 30 Jahren zum ersten Mal in die Hauptstadt Thailands. Von der Stadt war er zunächst alles andere als begeistert. «Ihre Schönheit hat sich mir zuerst überhaupt nicht erschlossen, weil ich sie zu industriell, zu kaputt und auch zu verschmutzt fand», erklärt der 54-Jährige unter http://www.zeit.de/newsticker/2009/9/7/iptc-bdt-20090907-16-22320598xml. Später, als es ihn - meist zufällig - immer wieder dahin verschlug, änderte sich seine Meinung. «Ich habe angefangen, den buddhistischen Geist, den die Stadt hat, zu begreifen», erklärt der Autor.

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Bildquelle: www.buch.de

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